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"Im Februar 1953 kam es bei den Historikern der Humboldt-Universität zu Berlin zu einer heftigen Diskussion über das Buch 'Thomas Müntzer und seine Zeit', das von Alfred Meusel verantwortet und von Heinz Kamnitzer herausgegeben worden war.169 Dem Buch wurde nachgesagt, es sei ein Plagiat.170


169 Vgl. Meusel, Alfred: Thomas Müntzer und sein Zeit. Mit einer Auswahl der Dokumente des großen deutschen Bauernkrieges, hrsg. von Kamnitzer, Heinz. Berlin 1952.

170 Vgl. die Rezensionen von Günther Franz [HZ 177(1954), S.543-546], Hermann Heimpel [GWU 5(1954), S.624-625] und Max Steinmetz [ZfG 1(1953), S.968-978]; siehe auch: Lange: Wissenschaft im totalitären Staat, S. 146-147."

Siehe dazu S. 385 in: Ilko-Sascha Kowalczuk: Geist im Dienste der Macht: Hochschulpolitik in der SBZ/DDR 1945 bis 1961. Christoph Links Verlag: Berlin 2003.

Auch:

Sowie:

"In der nächsten Fakultätssitzung berichtete Schneider über das Zusammentreffen mit den Göttinger Kollegen. 'Angesichts der Tatsache', so der entsprechende Protokoll-Eintrag, 'daß zwei Lehrstuhlinhaber ein solches Buch herausgebracht haben, wird nach Ansicht der Göttinger Herren (wohl im Augenblick) kein Historiker aus der Bundesrepublik zur Annahme eines Rufes in die DDR bereit sein.' Franz weise in seiner Besprechung auch auf Steinmetz hin, der in der ZfG bereits vor Franz nachgewiesen habe, aus welchen 'bürgerlichen Quellensammlungen' die von Meusel/Kamnitzer abgedruckten Dokumente entnommen worden seien. Steinmetz habe also 'in mutiger Weise sein wissenschaftliches Verantwortungsbewußtsein unter Beweis gestellt'. [...]
Aufgrund seiner kritischen Rezension des Buches von Meusel/Kamnitzer anerkannte ihn die Fakultät nun aber doch als einen Historiker, der die wissenschaftlichen Standards hochhielt."

Wikipedia weiß zu berichten:

"Von 1950 bis 1954 war Kamnitzer mit vollem Lehrauftrag Professor für „Geschichte des deutschen Volkes“ an der Humboldt-Universität in Berlin. Ab 1952 war er Direktor des Instituts für die Geschichte des deutschen Volkes und von 1953 bis 1955 Mitherausgeber der Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. Seine akademische Laufbahn endete wegen eines Plagiatsskandals. Eine Rezension in der Historische Zeitschrift hatte aufgedeckt, dass Kamnitzer für eine gemeinsam mit Alfred Meusel erstellte Publikation über Thomas Müntzer den Großteil der historischen Dokumente zum Bauernkrieg einer Publikation des Agrarhistorikers Günther Franz aus dem Jahr 1926 entnommen hatte, ohne dies kenntlich zu machen. Da Franz die Originaldokumente seinerzeit bearbeitet hatte, war dies als Plagiat zu werten. Kamnitzer wurde 1955 als Institutsdirektor entlassen, gab seine Professur auf und wurde freischaffender Schriftsteller."

Seite „Heinz Kamnitzer“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 9. September 2014, 12:49 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Heinz_Kamnitzer&oldid=133867787 (Abgerufen: 9. September 2014, 12:52 UTC)

Unter "Historische Zeitschrift" gibt es ein Review: Thomas Müntzer und seine Zeit by Alfred Meusel, Heinz Kamnitzer Review by: Günther FranzHistorische Zeitschrift, Bd. 177, H. 3 (1954), pp. 543-545 

Kamnitzer war Dekan der philosophischen Fakultät 1953-1955, laut

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